Sonntag, 27. Oktober 2013

Abenteuer im Griffkraftland -Teil 2: Thick Bar Meeting - "Wettkampfvorbereitung"


"Failing to plan is planning to fail."  (Alan Lakei) 
(Sinngemäß: "Wer nicht plant, wird scheitern.")

"Kein Plan überlebt die erste Feindberührung."
Helmuth von Moltke (1800 - 1891)

So im Nachhinein betrachtet: Von "Wettkampfvorbereitung" konnte bei dieser sehr kurzfristigen Anmeldung keine Rede mehr sein. Darüberhinaus: Wie das Wort "Meeting" schon aussagt, handelt es sich mehr um ein kameradschaftliches Treffen zum Kräftemessen als um "Wettkampf". Und bei der netten und freundschaftlichen Atmosphäre bezog sich "Feindberührung" auch ganz sicher nur auf die Thick Bar ;-).

Hier ein paar meiner Vorüberlegungen:

1) Teilnahme als absoluter Anfänger
Dass das vollkommen in Ordnung ging, hatte ich vorher mit Hermann Korte abgeklärt. Wer sich in so einem Punkt nicht sicher ist, sollte immer VORHER ein klärendes Gespräch mit dem Veranstalter führen.

2.) Dresscode oder was ziehe ich bloß an?
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass man sich informiert wie die Gepflogenheiten sind, sich also Videos oder Fotos über die Veranstaltung besorgt, damit man einen Eindruck hat, "was so üblich ist". Wenn man im hautengen Gewichtheberanzug auf einer Veranstaltung aufzutaucht bei der die anderen Teilnehmer ihre Kraftleistungen in karierten Holzfälllerhemden vollbringen, wird man sich wahrscheinlich genauso unbehaglich und "fehl am Platze" fühlen, wie im umgekehrten Szenario.

Ich habe es in wirklich allerletzter Minute noch geschafft ein T-Shirt mit Aufschrift "griffkraft42.de" drucken zu lassen - danke an Joachim für den kleinen Tritt :-), der hierzu noch notwendig war (bißchen Werbung für den Blog kann ja nicht schaden).


An der Schriftgröße muss ich noch ein bißchen arbeiten, die ist auf den Videos wohl nicht lesbar und es wäre jetzt auch nicht gut, wenn die NSA das nicht dechiffrieren kann und diese wichtigen Daten dann in meiner Akte und zur Bekämpfung des Internationalen Terrorismus fehlen.
Song: Guten Morgen NSA, heut´ schon Facebook gecheckt?   zurück zum Thema...

3.) Stressfreie Landung oder Pünktlichkeit ist eine Zier
Wenn der Beginn eines Wettkampfs in der Düsseldorfer Innenstadt am Sonntag um 10 Uhr festgesetzt ist und ich um 9.55 Uhr noch mit dem Auto in einem unbekannten Waldgebiet auf der Suche nach einer Tankstelle herumirre, weil mein Navi ausgefallen ist und ich dringend eine Landkarte brauche, dann habe ich mehr als ein Problem mit diesem Wettkampf.
Man sollte also immer abwägen, wie wichtig ist mir so ein Treffen / Wettkampf und welche Konsequenzen haben unvorhersehbare Ereignisse wie Vollsperrung der Autobahn und eventuell mehrere Stunden Verspätung?
Was mich betrifft, Haltern ist rund 300 km entfernt und die Zeiten in denen ich solche Strecken plus Teilnahme dann an einem Tag runtergerissen habe, sind vorbei. Das Alter fordert doch von Zeit zu Zeit seinen Tribut, d.h. also Freitag Anreise, Samstag geht es wieder nach Hause.

4.) Die Qual der Wahl oder welches "Eröffnungsgewicht" wähle ich im Wettkampf?
Die Regeln beim Thick Bar Meeting sind folgende (für die Inch-Hantel gelten eigene Regeln):
Man hat pro Disziplin 4 Versuche.Das Gewicht kann nur erhöht , jedoch nicht mehr verringert werden.
Mindeststartgewicht Hex Bar + Apollon Axle: 50 kg (20 kg für die Stange plus 2 x 15 kg Scheiben).

Ich habe die Vorbereitungswoche damit verbracht mein zur Zeit maximal mögliches Gewicht mit der Hex/Trap Bar plus den Fat Gripz herauszufinden. Um es kurz zu machen: 95 kg gingen auf jeden Fall. 97,5 kg waren auch machbar, mit etwas Glück und das Adrenalin vom Wettkampf miteingerechnet, könnten also 100 kg möglich sein. Das war also das "Plan-Max". Ich war selber mehr als erstaunt, wieviel Gewicht ich bei diesem langen Trainingsausfall und auch ohne umfangreichere, frühere Trainingserfahrungen in diesem Bereich heben konnte.

Gerade vor kurzem hatte ich einen sehr interessanten Abschnitt über die Gewichtswahl beim Deadlift Wettkampf im Deadlift Buch von David Dellanave "Off the Floor" gelesen.
Ein typischer Fehler, den er immer wieder auf Wettkämpfen sieht: Der Teilnehmer startet mit einem viel zu hohen Anfangsgewicht (90 oder mehr Prozent des geplanten Max), kann dies dann doch beim ersten Versuch nicht bewältigen, was eine stark demoralisierende Wirkung hat und schneidet dann viel schlechter ab, als bei besserer Planung möglich gewesen wäre.

Sein Vorschlag war mit einem Gewicht zu starten, dass man sozusagen auch wenn man nachts aus dem Schlaf gerissen wird, immer noch sicher heben kann. Das nächste Gewicht (nur drei Versuche vorausgesetzt) zwischen diesem und dem angestrebten Max zu wählen und dann auf der Grundlage wie schwer oder leicht hat sich das heute angefühlt, das Schlussgewicht zu wählen. Das klang für mich sehr vernünftig. 

Mein Plan ist also: ich starte mit 65 kg, erhöhe dann auf 80 kg, dann 90 oder 92,5 kg und je nachdem wie sich das anfühlt, dann 95 kg oder 100 kg. Im Nachhinein, da ich ja jetzt die Ereignisse kenne, muss ich laut lachen: Das war ein absolut typischer Fall von: "Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt." :-)

2 Kommentare:

  1. Schöner Log!
    Den Spruch "Kein Plan überlebt den ersten Feindkontakt." verwende ich lustigerweise auch immer gern.
    Gruß
    Joseph

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    1. Danke für das Lob :-)
      Ich mag auch die "andere Version": "Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähle ihm von deinen Plänen."

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